„Sie fliegen regelrecht herum, überall, die Geschichten.
Warte ein bisschen, bis eine davon zu dir kommt,
um von dir, ja, genau von dir,
aufgeschrieben zu werden.
Und schreib ruhig weiter,
auch wenn dir diese Geschichte
zuerst ein bisschen komisch vorkommt.“
Constanze John
Constanze John: „Auf Anfrage führe ich für Einzelpersonen wie für Schulklassen Schreibwerkstätten durch. Diese können online oder vor Ort stattfinden. Sie buchen entweder eine meiner Schreibwerkstätten für einzelne Stunden oder für Projekttage. Weitere Details besprechen wir am besten persönlich. Kontaktieren Sie mich einfach.“

Foto: privat
Veranstaltungsart: online + vor Ort
Zeit: siehe Programm Literaturhaus
Ort: Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig
Information + Anmeldung: Kontakt-Formular

Für Kinder und Jugendliche von 11 – 16 Jahre bzw. nach Absprache
Ort: Bildungsstätte Knivsberg/ Dänemark bzw. auch als Online-Angebot
Info & Anmeldung: +45 51 66 91 56 oder über Kontaktformular direkt bei Constanze John
Foto-Nachweise: Constanze John, Daniel Grunewald (Zeichnung), Diana Fischer
Seit 1993 arbeitet Constanze John literarisch mit Kindern im Vorschul- und Schulalter, speziell auch Kindern mit Sprach- und Sprechschwierigkeiten, sowie mit Jugendlichen. 2008 wurde sie zur Gründungsvorsitzenden des Friedrich-Bödecker-Kreises im Freistaat Sachsen e.V. gewählt, sie ist Mitglied im Friedrich-Bödecker-Kreis in Sachsen-Anhalt und arbeitet seit 2005 bei der Jugendliteraturwerkstatt Graz. Die Leipziger Schreibwerkstatt für Kinder am Literaturhaus/ Haus des Buches rief Constanze John 2012 ins Leben.

Ich bin ein Mensch, der gestorben ist. Aber ich lebe in einer schwarzen Form weiter. Nicht alle können mich, den Phönix-Menschen, in Schwarz sehen – in seiner richtigen Form. Das ist aber nicht die Sache. Die Sache ist, dass man mich nur im Nebel sehen kann. Das ist sehr gefährlich, weil die meisten gruseligen Gestalten nachts draußen sind. Ich finde es gut, dass meine Kinder mich auch tags sehen können.
Das Schönste in meinem schwarzen Leben ist, dass ich durch Zeiten, Welten und Wände reisen kann.
Ein Mensch hat mich gesehen, gerade als ich aus der Asche stieg.
Seit drei Tagen laufe ich durch die Wüste. Mein kompletter Lebensraum wurde durch eine Wüste ersetzt. Alle anderen wurden getötet – durch die Hitze.
Ich höre ein Atmen, ein kaum hörbares Atmen.
Ich gehe nach Norden. Von dort kommt das Geräusch. Es wird immer lauter.
„Hallo, Fremder!“, ruft da eine Stimme. „Du hast es überlebt und nun geschafft. Du bist würdig.“
Es scheint, der Kaktus vor mir zu sein, der spricht. Er ist gedoppelt: Die untere Hälfte sieht aus wie eine Blüte, der obere Teil wie eine Mehrzahl von runden Algen.
Constanze John

Larissa Zimmermann, 10 Jahre, Grimma