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Henrike, 11 Jahre

Das künstliche Atlantis

Ich habe einen sensationellen Plan: Ich, als Forscher, suche, wie fast alle meinesgleichen, schon seit längerer Zeit nach Atlantis. Und irgendwann ist mir klar geworden, dass das alles nur eine Geschichte sein kann. Also, hier mein Plan:

  1. Ich höre auf, Atlantis zu suchen.

  2. Ich baue heimlich ein eigenes Atlantis.

  3. Ich lasse mich für meinen „Fund“ bewundern.

Klasse, oder? Ich fange also sofort an, mein eigenes Atlantis zu errichten. Nach drei Minuten gönne ich allen Arbeitern bzw. mir eine wohlverdiente Pause. Mein erstes Haus übrigens steht ein ganz winzig kleines bisschen schief und hat keine Fenster. Aber ich bin zufrieden und knabbere Chips. Nach ca. 20 Minuten will ich weiter arbeiten. Doch als ich mich umdrehe, schnappe ich nach Luft: Vor mir stehen Tausende von genauso aussehenden, schiefen Häusern ohne Fenster, so wie ich eines gebaut habe.

Überall laufen Menschen herum. Verdammt, das ist nicht echt Atlantis, oder?!

„W-w-was is’n hier los?“, stammelte ich.

„Wowasos?“, fragte eine irritierte Frau. „Ichoch voverorstostehohe nonichochtot…“

Sie textet mich immer weiter zu, während ich nur so denke: „Hä?“ Ich machte verwirrt einen Schritt nach vorn. Kracks! Ich brach durch den Boden. Mein letztes Wort war: „Verdammt…!“

Und was mich ärgerte, das war, so erzählte mir jemand im Totenreich - ja, das gibt’s; auch wenn ihr’s nicht glaubt! -, dass auf meinem Grabstein nicht DFDAF für „Der Forscher, der Atlantis fand“ stand, sondern meine drei Anfangsbuchstaben.